Martin Bormann, Reichsminister, SS-Obergruppenführer, SA-Obergruppenführer, Direktor

Kleinbürgerlicher Hintergrund. Mitglied des Freikorps Rossbach nach WK1. Beitritt NSDAP frühe 1920er. Beteiligt am Mord an Kadow 06.23 mit Höß, Gefängnis. Gauleiter von Thüringen bis 1927. Direktor der NSDAP-Unterstützungskasse vor 1933. Verheiratet mit der Tochter von Walter Buch. Stabsleiter bei Heß 1933, NSDAP-Reichsleiter 1934. Half bei Erwerb und Ausbau des Berghofs für Hitler 1934-35. Ersetzte Heß nach dessen Flug nach England 12.05.41; "Dienststelle Stellvertreter des Führers" wurde zum "Sekretariat des Führers". Sekretär des Führers nach 12.04.43. Zu Kriegsende kontrollierte jeglichen Zugang zum Führer. Ständig in Machtintrigen verwickelt. Dennoch gelang es ihm nicht, die Gauleiter unter seine Kontrolle zu bringen. Entweder beging er Selbstmord oder wurde von sowjetischen Soldaten während eines gescheiterten Fluchtversuchs aus dem Berliner Führerbunker getötet. Überreste erst 1972 gefunden und identifiziert.

Martin Bormann, mit Hitler und Ribbentrop

Hans Frank, Reichsminister, Reichsleiter, SA-Obergruppenführer, Generalgouverneur, Reichsminister ohne Geschäftsbereich, Reichsrechtsführer

Anwalt. Trat Freikorps Epp 1919 bei. Beitritt DAP 1919, SA & NSDAP 1923. Nahm am Hitler-Putsch teil. Verließ NSDAP ein Jahr lang 1926. Hitlers Privatanwalt, dann Leiter der NS-Anwaltsvereinigung (zuerst Bund Nationalsozialistischer Deutscher Juristen, ab 1936 NS-Rechtswahrerbund genannt) 1928. Untersuchte auf Hitlers Geheiß die Gerüchte über Hitlers jüdische Abstammung 1930; MdR 1930. Bayrischer Justizminister 1933/34, NSDAP-Reichsleiter für Rechtsfragen, Reichskommissar für die Gleichschaltung der Justiz in den Ländern; Reichsminister ohne Geschäftsbereich 1934. Gründer & Präsident der "Akademie für Deutsches Recht" 26.6.1933. Sohn Niklas 1939 in München geboren. Generalgouverneur Polen 26.10.39-05.45. Entzug der Kontrolle über Rassen- und Polizeiangelegenheiten durch Himmler, Lammers & Bormann 05.03.42. Rücktritt als Generalgouverneur angeboten 24.08.42, jedoch abgelehnt. Angeklagter in Nürnberg, erhängt. Memoiren, die er im Gefängnis schrieb, wurden posthum von seiner Witwe unter dem Titel "Im Angesicht des Galgens" veröffentlicht.

Heinrich Himmler, Reichsführer-SS, Chef der Deutschen Polizei, Generalbevollmächtigter für die Reichsverwaltung, Reichskommissar (nach 1939), Reichsminister (nach 24.08.43), Oberbefehlshaber (nach 20.07.44), Oberbefehlshaber (12.44)

Katholik aus der Mittelschicht. Kadett 1917, jedoch ohne Fronterfahrung. Freikorps Oberland. Nahm am Hitler-Putsch 1923 teil, trat dann Röhms Reichskriegsflagge bei. 1925 NSDAP-Gaugeschäftsführer Niederbayern. Beitritt SS 1926, wurde RFSS 6.1.1929. Diplomlandwirt, betrieb Hühnerfarm 1928-29. Baut mit Heydrich die Macht der SS aus, nach 01.33, was in der Eliminierung der SA-Führer 06.34 gipfelte. Leiter der Polizei und Politischen Polizei in Bayern 03-04.33. Chef aller SiPo außer in Preußen 09.33. Ab 17.6.1936 RFSS und Chef der Deutschen Polizei. RKFDV (Reichskommissar für die Festigung deutschen Volkstums) 7.10.1939. Ersetzte Frick als Reichsinnenminister 26.08.43. Befehlshaber des Ersatzheers nach dem fehlgeschlagenen Attentat vom Juli 1944. Oberbefehlshaber der Heeresgruppe Oberrhein (12.44-15.01.45) und später Oberbefehlshaber der Heeresgruppe Weichsel (24.01-20.03.45)t. Von Hitler im April 45 aller Ämter enthoben, nachdem er wegen eines Waffenstillstandes verhandelt hatte. Beging nach Verhaftung durch die Briten Selbstmord.

Heinrich Himmler, Reichsführer-SS, Chef der Deutschen Polizei, Generalbevollmächtigter für die Reichsverwaltung, Reichskommissar (nach 1939), Reichsminister (nach 24.08.43), Oberbefehlshaber (nach 20.07.44), Oberbefehlshaber (12.44)

Heinrich Himmler, Rede, 1944

Heinrich Himmler, Hans Frank

Himmler mit Heydrich, Müller, Nebe

Himmler mit Heydrich, Wolf, Lorenz

Adolf Hitler, mit Heinrich Himmer, Berghof, 1943

Adolf Hitler, Heinrich Himmler, Berghof, 1943

Adolf Hitler, Heinrich Himmler, Berghof 1943

Adolf Hitler, Heinrich Himmler, Berghof, 1943

von Ribbentrop, mit Stalin, 31. August 1939

Fritz Sauckel, Gauleiter, SS-Obergruppenführer, SA-Obergruppenführer, Generalbevollmächtigter für den Arbeitseinsatz Gauleiter & Reichsstatthalter von Thüringen

Sohn eines Postbeamten. Arbeitete als Matrose, von Franzosen interniert 1914, kam 1919 nach Deutschland zurück. Nach dem Krieg Arbeiter. Beitritt NSDAP 1923. Ins thüringische Parlament gewählt 1927, Gauleiter 1927 (Nachfolger Bormanns), thüringischer Ministerpräsident 26.8.1932. Generalbeauftragter für Arbeitsbeschaffung innerhalb der Dienststelle Vierjahresplan, dann Generalbevollmächtigter für den Arbeiteinsatz (GBA) 19.03.42-04.45. Verurteilt in Nürnberg, gehängt

Wilhelm Stuckart, Staatssekretär, SS-Obergruppenführer, Leiter der Abteilung I (Verfassung, Gesetzgebung, Verwaltung)

Beitritt NSDAP 1922; 1936 SS. Freikorps Epp. Arbeitete als Richter; zugleich NSDAP-Rechtsberater in Wiesbaden. 1933 Staatssekretär im Preußischen Kultusministerium, ab 1934 im Reichswissenschaftsministerium, Konflikt mit Rust. 1935 Staatssekretär im RMdI. Arbeitete mit Lösener die Nürnberger Gesetze aus 1935. Bei der Wannseekonferenz anwesend am 20.01.1942. Leitender Staatsekretär im RMdI unter Himmler 08.43. Mai 1945 Reichsinnen- und Kulturminister unter Dönitz. In Nürnberg vor Gericht im Fall XI, dem "Wilhelmstraßenprozess" (Auswärtiges Amt und andere Ministerien), 4 Jahre Haft: Freiheitsstrafe galt als verbüßt 1949. Danach Stadtkämmerer Helmstedt und Mitglied der neonazistischen Sozialistischen Reichspartei. Starb bei einem Autounfall.

Historisches Material